Michael's book list

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UML @ Classroom

(2012-09-24)

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Und so wurden bereits früh diverse Modellierungstechniken entwickelt. Aus der Vereinigung der Best Practices einiger dieser Techniken entstand UML, die Unified Modeling Language. Das vorliegende Werk bietet eine Einführung in die Welt der UML.

Damit diese leichtgewichtig daherkommt, beschränken sich die Autoren dabei im Wesentlichen auf fünf wichtige Diagrammtypen: Anwendungsfall-, Klassen-, Zustands-, Sequenz- und Aktivitätsdiagramm. Nach einer Einführung, in der unter anderem alle 14 Diagrammtypen kurz beschrieben werden, stellen die Autoren die fünf Typen in jeweils einem eigenen Kapitel vor. Den universitären Hintergrund können sie dabei nicht verleugnen: Sie modellieren Anwendungsfälle wie Lehrveranstaltung belegen, Ausweis erstellen, Prüfung ablegen. An der sprachlichen Gestaltung merkt man dies dagegen kaum. Sicher, es handelt sich auch um ein Lehrbuch, aber es ist locker und verständlich und nicht vordergründig belehrend geschrieben und – wie sollte es anders sein – mit zahlreichen Diagrammen unterlegt. Neue Symbole wie Stichworte werden zusätzlich am Rand aufgeführt, so dass sich der Leser schnell orientieren kann. Und nachdem alle genannten Diagrammtypen ausführlich vorgestellt wurden, modellieren sie die Funktion einer Kaffeemaschine, ein Übungsabgabesystem sowie den Datentyp Stack jeweils unter Verwendung mehrerer Diagrammtypen. So zeigen sie, wie das Zusammenspiel unterschiedlicher Diagramme unterschiedliche Aspekte des zu modellierenden Systems darstellt und zu einer ganzheitlichen Sicht führt. Die gewählten Beispiele sind nicht zu lang und zeigen einen praktischen Bezug auf. Lediglich das letzte Kapitel wird ein wenig abstrakter: Hier geht es um die Strukturierung von Modellen, Metamodell und Erweiterungsmechanismen von UML. Dies darf der Leser als kleinen Ausblick auf weitere Möglichkeiten der UML verstehen. Doch bevor der Anwender so weit ist sollte er sich mit den die im Buch nicht näher behandelten sonstigen Diagrammtypen beschäftigen. Ein ausführliches Literaturverzeichnis unterstützt hierbei.

Die Beschränkung auf fünf wichtige (vielleicht die wichtigsten) Diagrammtypen ist gut gewählt. Dadurch behält das Buch seine Leichtigkeit. Es entlässt den Leser dort, wo er anfangen kann zu modellieren, ohne ihn mit seltener benötigten Diagrammen zu belasten. „UML komplett“ bleibt anderen Büchern vorbehalten, die dann aber meist – zumindest in einzelnen Kapiteln – schwerere Kost darstellen. Insofern gefällt das vorliegende Buch sehr gut. Es spricht Studierende, Lehrende, Modellierer aber auch ganz „normale“ Softwareentwickler an. Und es ist nicht nur zum Einstieg geeignet. Auch Entwickler mit Vorwissen, aber recht wenig praktischer Erfahrung, profitieren von diesem Buch als Auffrischer.


Title

UML @ Classroom

Subtitle Eine Einführung in die objektorientierte Modellierung
Author(s) Martina Seidel, Marion Brandsteidl, Christian Huemer, Gerti Kappel
Publisher, Year dpunkt, 2012
Language German
ISBN 978-3-89864-776-2